Berylliose

Analog zur Sarkoidose lassen sich bei der Berylliose eine akute und eine chronische
Verlaufsform unterscheiden.

Akute Verlaufsformen sind selten

Die akute Form der Berylliose wird durch eine sehr hohe Berylliumexposition hervorgerufen und ähnelt
bezüglich der klinischen Charakteristika der akuten Sarkoidose. Die Patienten entwickeln dosisabhängig
diffuse inerstitielle Infiltrate im Röntgenthorax. Klinische Zeichen sind Dyspnoe, Müdigkeit, Fieber,
Nachtschweiß und Husten. Meist treten die Symptome zwar schlagartig nach der Exposition auf, unter
Umständen setzen sie aber auch bis zu drei Tage verzögert ein.
Ungefähr ein Drittel der akuten Berylliosen gehen in eine chronische Verlaufsform über.
Obwohl die akute Verlaufsform heute kaum noch anzutreffen ist, wird gelegentlich über sporadische Fälle
berichtet.

Chronische Berylliiose- eine Berufserkrankung

Die chronische Berylliose ist eine Berufserkrankung, die durch eine stetige Exposition mit
Beryllium am Arbeitsplatz hervorgerufen wird. Sie zeichnet sich histologisch durch nicht
verkäsende Granulome aus, die beorzugt an Lunge und Haut auftreten.
Kupfer-, Aluminium-, Nickel-, Magnesium- und Eisenlegierungen enthalten oft auch Beryllium.
Diese Metalle werden in verschiedenen Industriezweigen sowie im Handel verwendet. In der
Vergangenheit wurde Beryllium vor allem im Verteidigungs- und im Nuklearsektor sowie in
der Luft- und Raumfahrttechnik eingestetzt. Inzwische ist es die Computer- und
Elektronikindustrie in den USA, die über die Hälfte des jählichen Berylliumabsatzes verbraucht.Aufgrund der steigenden Zahlen der berylliumverarbeitenden Insustrie ist die Zahl der
Personen, dieser Substanz ausgesetzt sind, von 30.000 in den 1970-er Jahren
schätzungsweise auf 800.000 Personen im Jahr 2000 angestiegen. In diesem Zusammenhang
ist es erstaunlich, dass die Erkrankung nur sehr selten diagnostiziert wird.
Möglicherweise werden viele Patienten unter der Diagnose Sarkoidose geführt.
Das untersteicht die Bedeutung der Berufsanamnese bei Sarkoidosepatienten.

Diagnostik der Berylliose

Die Diagnostik der Berylliose entspricht methodisch dem Vorgehen bei einer vermuteten
Sarkoidose. Beide Erkrankungen sind weder klinisch, noch radiologisch oder funktionell
voneinander zu unterscheiden. Deshalb ist der Nachweis der Berylliumsensibilisierung
entscheidend. Die Diagnose einer chronischen Berylliose wird gesichert auf Grund:

  • einer symptomatischen Erkrankung
  • gesicherter Berylliumexposition
  • histologisch nicht verkäsender Granulome
  • Lungenfunktionsstörung
  • Röntgenveränderungen wie bei einer Sarkoidose
  • gesicherter Berylliumsensibilisierung (durch zwei unabhängige Lymhozyten-Transformationstests
    ohne Kortisonmedikation

Typische Berufe bzw. Tätigkeiten mit Berylliumexposition

  • Automobilindustrie
  • chemische Industrie
  • Erzminen
  • Flugzeugproduktion und -instandhaltung
  • Funkabschirmung
  • Gravieren von fluoriszierenden Lampen